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Mit der Davosa Argonautic BGBS Automatic kündigt der Schweizer Hersteller nicht mehr und nicht weniger als eine kleine Revolution an. Für die neueste Generation seiner beliebten Taucheruhr hat man einen speziellen neuen Werkstoff entwickelt, der sogar Titan in den Schatten stellen soll… Es gibt aber noch mehr zu entdecken! 

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Davosa Argonautic BGBS Automatic Test Unboxing – 4K

Neue Argonauten stechen in See

Seit 2008 ist Davosa mit seinem Tauchermodell Argonautic auf dem Markt. Trotz des für eine Uhr noch recht kurzen Herstellungszeitraumes hat sich der funktionale Zeitmesser in der Fangemeinde und darüber hinaus zu einem Klassiker entwickelt – sofern man nach 14 Jahren schon von einem Klassiker sprechen kann. 

Der Ausdruck ‚Argonautic‘ selbst soll dabei für die Eigenschaften stehen, die Davosa im Design- und Entstehungsprozess wichtig waren. Um diesen zu verstehen, ist ein kleiner Exkurs in die griechische Mythologie notwendig. Als Argonauten bezeichnete man die Besatzung der Argo. Das angeblich schnellste Schiff seiner Zeit war unter der Führung des Helden Jason ins Abenteuer aufgebrochen und hatte sich auf die Suche des goldenen Vlieses gemacht. In der Antike stellte man sich darunter das goldene Fell des Chrysomallos, eines Widders vor. Im Wort Argonaut steckt übrigens das griechische Wort nautes, was schlicht und ergreifend Seefahrer bedeutet. Den passenden Namen trägt die Davosa Argonautic daher zweifelsfrei. 

Davosa Argonautic BGBS Automatic
Photo © 2022 by WATCHDAVID® David Drilling – All rights reserved

Frischzellenkur für das Taucherflaggschiff von Davosa

Was das goldene Vlies für die Argonauten war, das ist der neue Hightech-Werkstoff BEYOND STEEL für Davosa – zumindest in Anbetracht der Relevanz. Die Kennzahlen und ersten Beschreibungen seitens Davosa selbst lesen sich so, als hätte man sie aus einer antiken Sage entnommen. Haltet Euch fest: BEYOND STEEL, auf deutsch übersetzt „jenseits von Stahl“ oder sinngemäß „besser als Stahl“, soll in seiner Dichte Gold und in seiner Härte Diamant ähneln! Dazu kommen eine extreme Hitzebeständigkeit und ein Aussehen, das an Edelstahl erinnert. Hört sich nach der Eier legenden Wollmilchsau an und stimmt mich erst einmal kritisch, um ehrlich zu sein.

Davosa Argonautic BGBS Automatic
Photo © 2022 by WATCHDAVID® David Drilling – All rights reserved

Warum sind die anderen noch nicht darauf gekommen? Warum genau Davosa? In der Vergangenheit flog die Marke (zu Unrecht) bei mir etwas unter dem Radar, bis ich das den ersten Zeitmesser der Schweizer in den Händen hatte. Die Davosa Vintage Diver Pepsi GMT ist ein hervorragendes Einsteigermodell, angesiedelt im unteren dreistelligen Preissegment. 

Trotzdem, ein neues Hightech-Material, das selbst Titan alt aussehen lässt, hätte ich auch nicht in der neuen Argonautic Generation vermutet. Eher im absoluten Luxussegment. Die neue Davosa Argonautic BGBS Automatic, die man mir zugeschickt hat, kratzt allerdings gerade einmal an der 1000 Euro Marke. Bei 928,- Euro wird man hellhörig. 

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Im Unboxing

Davosa Argonautic BGBS Automatic
Photo © 2022 by WATCHDAVID® David Drilling – All rights reserved

Umso gespannter bin ich, wie gut die neue Taucheruhrengeneration wirklich ist. Davosa selbst scheint überzeugt zu sein und spricht von der Neuerfindung seines Modells. Insgesamt vier verschiedene Farbvarianten hält die runderneuerte Kollektion bereit. Statt den üblichen Klassikern mit schwarzem, blauem oder auch grünem Zifferblatt hat mir Davosa diesmal eine Variante mit weißer Front geschickt. Es handelt sich um die Argonautic BGBS mit dreigliedrigem Edelstahlband, Referenznummer 161.528.10. Uhren mit weißem Zifferblatt, speziell Taucheruhren, teste ich generell viel zu selten. Das Modell wird in einer schwarzen Verpackung geliefert, in der sich wiederum eine schwarze Hochglanzbox befindet. 

Trotz ihrer möglicherweise revolutionären Materialauswahl mutet die Davosa Argonautic BGBS Automatic sehr klassisch an. Der Taucher präsentiert sich in einem zeitlosen Design, das sowohl in die heutige Zeit passt, aber den 60er Jahren gutgestanden hätte. 

Das Hauptaugenmerk für diesen Uhren-Test soll selbstverständlich auf der komplett neu gestalteten Lünette liegen. Wie sich der neue Werkstoff BEYOND STEEL des Lünetten-Inlays von Keramik unterscheidet? Erst einmal wenig. Ohne eine Vorabinformation hätte ich auf eine herkömmliche Lünette getippt. Dass man beim Betrachten und Berühren wenig von der Neuerung spürt, empfinde ich jedoch als positiv. Die Unterschiede zu Keramik sollen schließlich beim alltäglichen Gebrauch zu tragen kommen. 

Die Davosa Argonautic BGBS Automatic am Handgelenk

Davosa Argonautic BGBS Automatic
Photo © 2022 by WATCHDAVID® David Drilling – All rights reserved

Das, was auch schon beim Vorgängermodell gut aussah, haben die Designer bei Davosa logischerweise kaum verändert. Dies betrifft die grundlegende Designphilosophie und die harmonischen Proportionen. Die Taucheruhr ist im Durchmesser immer noch 42.50 Millimeter breit und solide 13.50 Millimeter hoch. Potenzielle Käufer unter euch werden aber wahrscheinlich an der wichtigeren Gehäuselänge interessiert sein. Von Bandanstoß zu Bandanstoß auf der anderen Seite misst das Gehäuse 51.20 Millimeter. Durch diese vollkommen positiv gemeinten „durchschnittlichen“ Maße lässt sich die Davosa Argonautic BGBS Automatic von so ziemlich jedem tragen. Sorgen, die Uhr sei eventuell zu klein oder zu groß, sind unberechtigt. 

Und da wir eben schon auf das zeitlose Design zu sprechen kamen: das lässt sich flexibel in alle Alltagssituationen integrieren und zu verschiedenen Outfits kombinieren. Klar, das ist es, was wir an klassischen Edelstahltauchern lieben. Sie sind funktional und sportlich, aber trotzdem noch schick genug, um sie auch zu Hemd und Sakko zu tragen. Das gilt speziell für die weiße Davosa Argonautic BGBS Automatic, meiner Meinung die edelste aller Farbvarianten.

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Was man über BEYOND STEEL wissen muss

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Zur Abwechslung fangen wir einmal „oben“ an, bei der umgestalteten Lünette. Die Lünette ist wohl das Element der Argonautic, dessen Konzept im Vergleich zum Vorgänger wohl am gründlichsten auf den Kopf gestellt wurde. Damit meine ich nicht nur die Verwendung von BEYOND STEEL. Auch die Riffelung ist nun feiner, wodurch sich die Uhr besser mit Tauchhandschuhen greifen lässt. Wer die Davosa Argonautic BGBS Automatic wirklich mit auf Tauchgänge mitnehmen will – an der funktionalen Taucherlünette wird es nicht scheitern. 

Ebenso wenig an BEYOND STEEL. Ich muss gestehen, das Material nicht auf seine Eigenschaften geprüft zu haben, da es sich hier immerhin um ein Testmodell handelt. Enormer Hitze von 2950 °C, chemischen Einflüssen oder Druck (der Werkstoff besitzt 9,5 Mohshärte, fast so viel wie ein Diamant), wollte und konnte ich die Uhr nicht aussetzen. Das Datenblatt liest sich jedoch beeindruckend. Davosa gibt zudem eine Dichte von 19,3 Gramm pro Quadratzentimeter an. Damit wäre BEYOND STEEL fast so schwer wie Gold. Ganz abwegig ist dies nicht. Die Davosa Argonautic BGBS Automatic bringt stolze 208 Gramm auf die Waage und ist nicht gerade ein Leichtgewicht am Handgelenk.

Gemacht für den Taucheinsatz

Davosa Argonautic BGBS Automatic
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Die Verarbeitung der Lünette, aber auch der anderen Gehäuseelemente kann sich sehen lassen. Der Mittelbau, der fließend in die Bandanstöße übergeht, besteht aus herkömmlichem Edelstahl. Ich bin gespannt, ob es in Zukunft technisch machbar sein wird, noch mehr Komponenten stattdessen aus BEYOND STEEL zu fertigen, oder sie zumindest mit einer Schicht zu veredeln.

An weiteren Stellen wird ersichtlich, dass die Davosa Argonautic BGBS Automatic mehr kann, als nur schön und funktional auszusehen. Am offensichtlichsten ist das Heliumventil bei 10 Uhr. Während der Dekompressionsphase lässt es die winzigen Heliummoleküle entweichen, die durch die Dichtungen einer Taucheruhr ins Gehäuse eindringen können. Entweichen sie ohne das Ventil nicht schnell genug, könnte das die Uhr zum Bersten bringen. Vorrangig nutzen Berufstaucher Heliumventile. Ich gehe davon aus, dass die wenigsten unter euch diesen Beruf ausüben, aber besser haben als nicht haben, oder?

Entspiegeltes Saphirglas rundet den guten Gesamteindruck ab. Bei dem Anspruch, den Davosa an den Tag legt, hätte mich jegliches anderes Material hier auch verwundert. 

DAV 3021 und was sich dahinter verbirgt

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Davosa verbaut ein Automatikkaliber, welches den Namen DAV 3021 trägt. Hinter der kryptischen Bezeichnung verbirgt sich ein Schweizer Uhrwerk von Sellita, genauer gesagt ein SW200-1 Elaboré. In dieser Qualitätsstufe verbaut Davosa die Kaliber. Die Qualitätsstufe „Elaboré“ ist dabei genauer als die Standardversion. Bei einer Frequenz von 28800 Halbschwingungen pro Stunde kommt das Uhrwerk auf eine Gangreserve von 38 Stunden, was für den Alltag allemal ausreichen sollte.

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Zifferblatt und Armband der Davosa Argonautic BGBS Automatic

Davosa Argonautic BGBS Automatic
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In der neuesten Generation wird das Zifferblatt der Argonautic mit handapplizierten und satinierten Indizes ausgestattet und macht einen qualitativ guten Eindruck. Neben den wichtigsten Standardfunktionen lässt sich ein Datum bei 3 Uhr ablesen. Apropos Ablesbarkeit – die ist wirklich solide, wenn auch nicht ganz so gut wie die der anderen Farbvarianten, was aufgrund der hellen Indizes auf weißem Zifferblatt keine Überraschung ist. Bei schlechten Lichtverhältnissen und Dunkelheit schafft BG W9 SuperLumiNova Abhilfe. Die Indizes und Zeiger leuchten sehr hell und gleichmäßig. Orangene Akzente an der zulaufenden, pfeilartigen Spitze des Sekundenzeigers und beim Schriftzug lockern das Gesamtbild auf. 

Wie könnte es anders sein, handelt es sich beim TriaLink genannten Armband um ein Edelstahlband mit Tauchverlängerung, das auch noch mühelos über jeden Neoprenanzug passt. Die Glieder lassen sich einzeln herausnehmen, damit das Armband guten Tragekomfort bieten kann. Die Qualität fällt im Vergleich zum Gehäuse nicht ab. Wahlweise lässt sich die Uhr auch noch mit einem mehrgliedrigen Band ausstatten.

Mein Fazit zur Davosa Argonautic BGBS Automatic

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Besser geht es immer. In dieser Klasse aber eigentlich nicht. Mit einem Preis von 928,- Euro kratzt die Davosa Argonautic BGBS Automatic am Premiumsegment. Eigentlich ist sie aber genau das – eine Premiumuhr, die preiswert zu kaufen ist. Wer eine Taucheruhr als Daily Rocker am Handgelenk sucht, sollte die gesamte Kollektion auf dem Schirm haben. Die Davosa Argonautic BGBS verpackt einen aufregenden, neuen Werkstoff – BEYOND STEEL – in ein klassisches Gewand. 

Und das sehr gut, wie man am Ende dieses Tests lobend anerkennen muss. BEYOND STEEL ist dabei sicherlich das Aushängeschild. Sonst fällt die Argonautic aber nicht ab und überzeugt mit Schweizer Qualität und einem leistungsstarken Automatikkaliber. Eine Uhr, die jede Uhrenmarke und Uhrensammlung braucht. Denn – zu viele Taucher kann man bekanntlich nie haben. Wichtig zu wissen: Wer auf BEYOND STEEL verzichten möchte, kann zu den Schwestermodellen greifen. Neben allen anderen Neuerungen besitzen diese weiterhin eine Keramiklünette.

Mehr über Davosa und die Argonautic BGBS Automatic

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Die Kollektion im Überblick

Mehr von Davosa in meinem Blog

Alle Taucheruhren Tests

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Technische Daten

NameDavosa Argonautic BGBS Automatic

Referenznummer161.528.10

MarkeDavosa

KategorieTaucheruhren

Preis ab928,- Euro

Garantie2 Jahre

Gehäuse Material316L Edelstahl

Durchmesser43.00 mm

Höhe13.50 mm

UhrenglasAntireflexbeschichtung / Saphirglas

UhrentypAutomatik

Wasserdicht bis30 bar (300 m / 1000 ft)

Uhrwerk NameDAV 3021

Ganggenauigkeit38 Stunden

FunktionenDatum / Minute / Sekunde / Stunde

Ziffernblattfarbeweiß

Indizesstrichförmig

BesonderheitenSwiss Super-LumiNova®

LünetteBEYOND STEEL / grau / Taucherlünette

Armband Farbegrau

Armband Material316L Edelstahl

Schließe316L Edelstahl / Faltschließe

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