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Eigentlich haben wir in der Uhrenwelt doch schon alles gesehen, oder? Mechanische Uhren, Quarzuhren, Digitaluhren, Smartwatches, Chronographen, Taucheruhren, ja selbst Retrouhren mit alter Technik und wieder aufgelegtem Design kommen zurück.  Kustom Watches Test.

Wir haben die Uhrzeit mit zwei Zeigern, auch mit einem und mit Ziffern abgelesen. Also, Überraschungen in einem Jahrhunderte altem Handwerk gibt es sicher nicht mehr. Würde jetzt ein Hersteller mit einer „Revolution“ auf den Markt kommen, wäre das mit aller Wahrscheinlichkeit doch ein schlechter Witz. Eine revolutionäre Erfindung ist einfach und genial und genau darin liegt die Schwierigkeit begründet, sie sich auszudenken. Also, Revolution gefällig?

Kustom Watches Review
Photo by WATCHDAVID®

Stellen wir uns eine Uhr vor, die in Sekundenschnelle in einzelne Module zerlegt werden und diese dann austauschen kann. Es entsteht eine Fülle von unterschiedlichen Kombinationen, die sich jeder ganz individuell nach seinen eigenen Bedürfnissen zusammenstellen kann. Jetzt schnell zum Patentamt und den Uhrenmarkt revolutionieren? Das wird leider nichts mehr, denn diese innovative Idee hatten bereits vor geraumer Zeit drei junge italienische Unternehmer, die den „modularen Uhrenbaukasten“ bereits zum Patent angemeldet haben. Jetzt ist die Micro-Brand frisch auf dem Markt. Dürfen wir vorstellen? Die Kustom Watch.

Der erste Eindruck: eine solide Einsteigeruhr 

Die Kustom Watch wird uns in einer minimalistischen, schwarzen Box geliefert, die wiederum vier kleinere Boxen beinhaltet, in denen sich die vier konfigurierbaren Module Gehäuse, Ziffernblatt, Lünette und Armband in passgenauem Schaumstoff befinden. Qualitativ ist das sehr ansprechend und erinnert irgendwie an einen bekannten kalifornischen Hard- und Softwareriesen – der sich ja übrigens auch schon daran versucht hat, den Uhrenmarkt mit Smartwatches zu revolutionieren – und dabei nicht auf eine derart simple und flexible Idee gekommen ist. Schauen wir uns die einzelnen Komponenten und ihre verschiedenen Ausführungen im Detail an. Das Edelstahlgehäuse hat einen Durchmesser von 41 Millimetern. Kustom Watches Test.

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Kustom Watches Review
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Im Gehäuse selbst schlägt ein Herz aus Quarz. Genauer gesagt handelt es sich hierbei um ein japanisches Miyota 2035 Quarzuhrwerk, wodurch die Uhr gerade einmal 9 Millimeter dick ist. Die Erfinder haben hierbei eine sichere Strategie gewählt. Die Uhr mit einfachen und preiswerten Quarzuhrwerken ist schon seit dem 14 Oktober 2019 auf dem Markt. Kostspieligere Automatikwerke werden laut Hersteller nachgeliefert, wenn sich das neuartige Konzept erfolgreich verkauft. Das Edelstahlgehäuse ist an den Seiten poliert. Die Kustom Watch ist bis zu einer Tiefe von 100 Metern wasserdicht. Das Design ist insgesamt zurückhaltend, aber dennoch edel und italienisch. Die Qualität der verwendeten Materialen ist insbesondere aufgrund dessen, dass die Uhrenmanufaktur gerade erst neu am Markt ist, erstaunlich gut.

Eine geniale Innovation – Kustom Watches Test

Die Innovation steckt in der Flexibilität der Module: in kürzester Zeit lassen sich die einzelnen Komponenten zusammenstecken. Die Uhrenkreation ist somit binnen weniger Sekunden fertig. Alle vier Module gibt es in die Farben Silber, Schwarz und Rosegold. Macht schon einmal je drei verschiedene Lünetten und Gehäuse. Und jetzt kommt es: das Ziffernblatt gibt es auch noch einmal in drei Ausführungen. In Weiß und Schwarz und mit reduziertem, minimalistischem Design, sowie in Schwarz mit technischer Typographie und futuristischem Design – macht in drei verschiedenen Farben noch einmal neun Möglichkeiten, sich für ein Ziffernblatt zu entscheiden.

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Die Armbänder gibt es wieder in drei verschiedenen Ausführungen: klassisch aus Edelstahl in Schwarz, Silber und Rosegold. Wahlweise auch aus weichem, italienischem Leder mit sehr hohem Tragekomfort und als Natostrap. Hier sind beide Varianten schwarz mit Applikationen in einer der drei Farben. Rechnen wir doch einfach mal aus, wie viele mögliche verschiedene Uhren man sich zusammenstellen kann. Mit je drei Lünetten und Gehäusen sowie je neun Varianten von Ziffernblatt und Armbändern kommt man auf Sage und schreibe 729(!) Kombinationsmöglichkeiten. Und mit dieser Zahl wird deutlich, wie genial das Konzept doch ist. Wer sich einmal eine Uhr aus den vier Modulen zusammengestellt hat, kommt schnell auf den Geschmack und „erweitert“ seine Uhr um verschiedenste Armbänder oder Lünetten. Kustom Watches Test.

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Kustom Watches Test

So bleibt es nicht beim Einmalkauf – denn der Kunde wird langfristig an die Marke gebunden. Dazu trifft der Konfigurator auf der Homepage voll den Zeitgeist. Was man längst zum Beispiel aus der Automobilbranche kennt, wurde hier auf Uhren übertragen. Kustom Watches kommt dem Wunsch vieler Menschen nach: die individuelle Gestaltung einer Uhr ganz nach eigenen Wünschen. So etwas gab es bisher nur bei Natostraps, aber nicht in diesem Ausmaß. Die Zeiten der angestaubten Juweliere mit schwerem Mobiliar und altem Teppichboden sind somit passe. Uhren werden heute individuell auf sozialen Plattformen präsentiert und im Internet konfiguriert. Werbewirksame „Zusammensteckvideos“ über YouTube und Instagram sind vorprogrammiert. Kustom Watches versteht das System anscheinend sehr gut.

Kustom Watches Review

Fazit – Kustom Watches Test

Handelt es sich bei der Kustom Watch wirklich um eine innovative Revolution des Uhrenmarktes? Das Potenzial ist nach unserem ersten Eindruck jedenfalls vorhanden. Das einfache und neuartige Grundkonzept weiß zu überzeugen und trifft den aktuellen Zeitgeist. Die Preise liegen je nach Ausführung zwischen 200€ und 285€ in der teuersten Variante – moderate Einsteigerpreise. Ob die Newcomermarke aus Italien damit den Durchbruch schafft, hängt sicherlich auch davon hab, wie stark man das Konzept in den sozialen Medien verbreitet und wann man weitere Konfigurationsmöglichkeiten wie Farben, Uhrwerke und oder Designs auf den Markt bringt. Ein abschließendes Urteil: Eine Innovation, die frischen Wind in den Bereich der Einsteigeruhren und Abwechslung zu den ewig gleich aussehenden Fashionuhren bringt.

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